Just Ask mit Anne Grön

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Könnt ihr euch noch an den Beitrag aus meinem Wohnzimmer zum Jahresanfang erinnern? Da habe ich euch zum ersten Mal den wunderschönen “Playful Tweed & Earthworm” Print von Anne Grön gezeigt. Der Print ist mittlerweile in einen anderen Raum umgezogen aber die Begeisterung ist nach wie vor geblieben. Die Berliner Designerin, Illustratorin und Werkerin & ihre Birds haben es mir einfach angetan. Und damit ihr auch etwas Lesestoff zum Sonntag habt, hat die liebe Anne mir noch ein paar Fragen beantwortet. Ich freu mich & wünsch euch einen gemütlichen Nachmittag!

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Liebe Anne, magst du dich kurz vorstellen?

Ich habe den schönen und langen Namen Annekathrin Gröninger. Für mein Arbeit als freie Illustratorin und mein Label nutze ich aber die gekürzte Fassung Anne Grön. Ich habe sehr lange nach einem passenden Namen für mein Label gesucht, dabei lag der Schönste so nah. Besonders mag ich das Grön im Namen, denn das kann Grün bedeuten und weist auf meine Liebe zur Natur hin. Natur spielt oft auch eine große Rolle bei meiner Arbeit. Mein liebsten Motive finden sich in der Natur. Aber auch Musik – so kleine Lyrics-Fragmente, die mir nicht aus dem Kopf wollen (Ohrwurm) – ist ein starker Inspirationsquell. Sehr gern zeichne ich einfach darauf los, ohne eine konkrete Idee, da lässt sich das Maß der Kreativität so richtig ausloten. Das ist auch ein phantastischer Ausgleich zu den zielgerichteten Arbeiten für meine Kunden. Ich liebe beides sehr.

Was macht deine Kunst besonders?

Es fällt mir nicht leicht, dafür Worte zu finden. Ich denke meine Arbeit ist sehr persönlich. Um es ausführlicher zu sagen, zitiere ich hier meine Freunde, Bekannten und meine Fans 🙂 . “…Deine Zeichnungen sind fröhlich und melancholisch zugleich. Sie wirken kindlich aber gleichzeitig haben sie eine Tiefe, welche die erwachsenen Kinder unter uns anspricht…”

Meine Drucke lassen immer viel Raum für das Motiv. Im Grunde sind meine Illustrationen Objekte auf weißem Grund. Sie stehen solitär und binden sich selten in einen Hintergrund ein. Deshalb ist es mir sehr wichtig auf gutem Papier zu drucken. Die natürliche Qualität des Originals soll auch am Druck erkennbar sein. Die tollsten Drucke konnte ich mit schön gealtertem Zeichenpapier und Tintenstrahldrucker erzeugen. Leider muss man immer beachten, dass Papier, besonders wenn es viel Zellulose-Anteil hat weiter altert und brüchig wird. So wird so ein Druck sehr fragil und muss mit Samthandschuhen angefasst werden.

Größere Auflagen – das gilt hauptsächlich für Postkarten – lasse ich von der Umweltdruckerei drucken. Das erfreut mein grönes Herz. In letzter Zeit habe ich häufig im netten Coworking-Space inklusive Papierwerkstatt BLINKBLINK den Risodrucker betätigt und habe einige tolle Prints herstellen können.

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Wie viel Zeit und Arbeit steckt in einem einzelnen Print?

Wenn es eine freie Arbeit ist und es mir um das Draufloszeichnen geht, kann ich darüber nichts sagen – nur soviel, es steckt ein unglaublich wertvoller Moment im Motiv. Was den Druck betrifft, so ist es reines Grafikdesign. Das Motiv digitalisieren, für die unterschiedlichen Formate vorbereiten und zum Druck geben – et voila, da ist der Print. Bei einer Risographie ist es schon etwas komplizierter. Durch den Risodruck werden meine Motive entfremdet und ich muss bei der Master-Erzeugung experimentieren um das beste Ergebnis zu bekommen.

Welches deiner Produkte bringt dein Herz besonders zum hüpfen?

Ich kann mich schwer für eines entscheiden. Wahrscheinlich wird die Bestenliste aber von den Tweed Birds angeführt, danach kommen die Shirts mit “The Bearded”, “The Furgirl” und “The Beeboy”. Es sind die ersten Motive, die ich als Anne Grön kreiert habe und ich empfinde sie schon fast als Anne-Grön-Klassiker – aber all die anderen Motive mag ich genauso sehr. Eigentlich gibt es im Moment einen Liebling. Es ist der “Spatageno”. Eine große Bleistiftzeichnung, die für eine Ausstellung 2016 den Vorreiter macht. Aber auch die Oktopoden, die bis Ende September in meiner Heimatstadt ausgestellt sind, mag ich sehr.

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Wie verbringst du deine Freizeit am liebsten?

Ich habe gerade begonnen Gitarre zu spielen. Ich wollte immer ein Instrument lernen, konnte mich aber nicht so richtig vom Klavierwunsch befreien. Jetzt hat der Platzmangel die Entscheidung für mich getroffen UND ich habe eine Gitarre geschenkt bekommen. Eine gute Wendung. Sonst erschaffe ich auch in meiner Freizeit gern – beim Kochen, Balkongärtnern, Nähen und was mir sonst noch so in den Sinn kommt. Ich gehe auch gern ins Museum und zu Konzerten (ein hoch auf Berlin), flaniere durchs Grüne oder durch die Stadt – mit oder ohne Freunde, beides toll. In den letzten Tagen bin ich in den Schrammsteinen rum gekraxelt. Das ist in der Nähe von Dresden und gehört zum Elbsandsteingebirge. Es hatte den ganzen Tag geregnet und zeitweilig war ich in den Wolken unterwegs, was spektakuläre Szenerien erzeugt hat und ich war mit meinem Kompagnon fast allein zwischen den Steinen. So wurde der Bombast der Sandsteine erst recht deutlich.

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